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Bereits jetzt: Gleisabbau im Ruhrgebiet durch Metrorapid
Datum: 08.07.2002
Typ des Textes: Sonstiges
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In dem Bericht des Bundesrechnungshofs zur Machbarkeitsstudie für den Metrorapid findet sich auf Seite 12 die folgende Passage:
"Die Trasse des Metrorapid soll weitgehend auf den Flächen vorhandener Schienenstrecken mit teilweisem Rückbau von Streckengleisen, u.a. im Bereich der Rheinischen Güterbahn, geführt werden. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit im Schienenverkehr zwischen Dortmund und Düsseldorf eingeschränkt. In der Bundesverkehrswegeplanung wird (jedoch) von einer erheblichen Zunahme insbesondere des Schienengüterverkehrs ausgegangen."

Zunächst einmal ist der Widerspruch offensichtlich. Beides geht nicht - an einer Stelle sagen die SPD-Grünen-Bundesregierung und die SPD-Grünen-Landesregierung in Düsseldorf die Unwahrheit: Wer Schienenstrecken auf dieser entscheidenden Verbindung im Bahnnetz zugunsten des Metrorapids abbauen will, der kann nicht gleichzeitig davon ausgehen, daß der Schienengüterverkehr in Zukunft auf derselben Relation stark ansteigt. Der nimmt also hin, daß das kommende Verkehrswachstum im Güterverkehr allein auf den Straßen stattfindet - und daß damit der Dauerstau gerade in diesem Bereich der Autobahnen nochmals dichter wird.

Doch es wird noch krasser. In einem aktuellen Bericht eines Eisenbahn-Fachblattes heißt es: "Die [...] rund 35 km lange Strecke von Duisburg-Hochfeld beziehungsweise Duisburg-Wedau [...] nach Bochum-Nord wird nach Ansicht der DB Netz AG für entbehrlich gehalten. [...] Für die Politik, die fortlaufend eine Verlagerung grosser Gütermengen von der Strasse auf die Bahn fordert, ist kein Widerstand gegen die Stillegung zu erwarten, da die aktuellen Planungen für das Magnetschwebebahnprojekt "Metrorapid" Teile der Trasse der Rheinischen Güterbahn mit einbeziehen." (Eisenbahnrevue, Nr. 7, 2002, S. 314)

Das aber heißt: Obgleich wir uns noch im Bereich der Planung für den Metrorapid befinden, haben diese Planungen bereits konkrete negative Auswirkungen auf den bestehenden Schienenverkehr. Dieser wird bereits heute unter Verweis auf den kommenden Metrorapid abgebaut.
Genau diese Funktion des Metrorapid ist zu befürchten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Magnetbahn am Ende nicht gebaut. Doch bereits die Planung wirkt zerstörerisch. Und ein Beginn von Baumaßnahmen - z.B. im Bereich von Bahnhöfen, im Fall der Umwidmung von Flächen, der Stillegung von Betrieben, dem Verkauf und Aufkauf von Gelände usw. - wird diese zerstörerische Wirkung noch verstärken: Schienen werden abgebaut, Verkehr auf die Straße verlagert, Arbeitsplätze vernichtet.


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