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Bombardier-Werke Vetschau und Ammendorf nicht schließen!
Datum: 13.11.2001
Typ des Textes: Presseerklärung
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Zu den drohenden Schließungen der Bombardier-Werke von Ammendorf bei Halle und Vetschau bei Cottbus erklärt der verkehrspolitische Sprecher der PDS im Bundestag, Winfried Wolf:

Die Ankündigung der Bombardier-Konzern-Leitung, die ehemaligen Adtranz-Werke von Ammendorf bei Halle mit 900 Arbeitsplätzen und Vetschau bei Cottbus mit 100 Arbeitsplätzen zu schließen, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen, die seitens der PDS bei der Übernahme der Daimler-Crysler-Tochter Adtranz durch den kanadischen Konzern Bombardier vorgetragen wurden.

Die angedrohten Schließungen kommen einer Bankrotterklärung der Management-Politik von Bombardier und der Verkehrspolitik der Bundesregierung gleich.

Vieles deutet darauf hin: Das Bombardier-Management will die gesamten Werke gewissermaßen im Vorgriff auf ein Großreinemachen schließen.

Auch ein Jahr nach der eingeleiteten Übernahme von Adtranz hat der Bombardier-Konzern keine Gesamtplanung für das weitere Engagement in der Bahnplanung vorgelegt.

Angesichts der enormen Konzentration in der weltweiten Bahntechnik-Branche und der verfehlten Verkehrspolitik droht ein noch weit größerer Personalabbau.

Ohnehin ist zu bezweifeln, dass ein Bombardier-Konzern, der sich

in kanadischem Eigentum befindet

zentralisiert von Montreal aus regiert wird

primär Hersteller von Regionaljets ist und damit seinen entscheidenden Umsatz in einem Sektor verdient, der in direkter Konkurrenz zu Schienenverkehr steht

strikt auf das Share-Holder-Value Prinzip ausgerichtet ist

zu einer ganzheitlichen Unternehmenspolitik im Bahntechniksektor befähigt ist.

Gerade deshalb gilt:

Ohne Vorlage eines Gesamtkonzepts und ohne öffentliche Diskussion desselben ist jegliche Werksschließungen entschieden abzulehnen.

Die Werkschließungen werden zu einem Abbau von weiteren 1000 industriellen Arbeitsplätzen in den Neuen Bundesländern führen. Sie werden den Prozess der industriellen Auszehrung in einer Industriebranche fortsetzen, das in den entsprechenden ostdeutschen Regionen über eine 100-jährige Tradition in der Bahntechnik verfügt. 1989 waren die Betriebe der damaligen DDR nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "in der Bahntechnik noch weltweit führend".Die Werkschließungen sind damit auch aus strukturpolitischen Gründen abzulehnen. Das Stichwort für den Kanzler: "Chefsache Ost"

Für die Bahntechnik in den Neuen Ländern und die in Frage stehenden Werken gab es zum Teil erhebliches staatliches Engagement. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Höppner, weist zurecht darauf hin, dass auch diesem Grunde Werksschließungen in dem geplanten Umfang nicht akzeptiert werden können.

Der für die Verkehrspolitik verantwortliche Bundesminister Bodewig geht in seinem jüngsten "Verkehrsbericht 2000" von einem beträchtlichen Wachstum des Schienenpersonenverkehrs und Verdopplung des Schienengüterverkehrs aus. Bedenkt man noch die erhebliche Veralterung von Wagenparks und Loks, dann müsste die Bahntechnikbranche vor erheblich ausgeweiteten Umsätzen stehen. Wenn das Bombardier-Management eher vom Gegenteil ausgeht, dann deutet das auf ein absolutes Missmanagement oder eine fehlende Glaubwürdigkeit des Bundesverkehrsministers Bodewig hin. Wir tippen darauf:Beides ist der Fall.

Die PDS fordert

Keine Schließung der Werke in Ammendorf und Vetschau

Erhalt aller Bahntechnik-Werke in der Bundesrepublik als Option für eine nachhaltige Verkehrspolitik.

Vorlage eines Gesamtkonzepts für alle Bombardier-Werke in Europa.

Konkretisierung der Bundesverkehrspolitik und ihrer Konsequenzen für die deutsche Bahntechnik

Die Bundespolitik ist jetzt am Zuge!


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