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„Es fehlt an Profil“
Datum: 05.10.2001
Typ des Textes: Interview
Aus: SZ - Süddeutsche Zeitung
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Warum Winfried Wolf den Leitantrag nicht mitträgt


Der PSD-Bundestagsabgeordnete Winfried Wolf ist nach eigenen Angaben ein „an Trotzki orientierter Stalinismus-Kritiker“. Mit ihm sprach Philip Grassmann.

SZ : Warum tragen Sie den Leitantrag nicht?

Wolf: Wir fordern ein stärkeres Profil der PDS als Anti- Kriegspartei, insbesondere muss die Rolle der Bundeswehr in Mazedonien kritisiert und eine Aktionsperspektive gegen den drohenden Krieg entwickelt werden. Außerdem sind wir dagegen, dass der Programmentwurf des Vorstandes als einzige Arbeitsgrundlage für ein neues Grundsatzprogramm gelten soll. Es gibt ja drei Entwürfe und es wäre undemokratisch, zwei einfach auszuschließen. Die Alternativen wurden in den Gremien erst gar nicht diskutiert.

SZ: Ein Konsens ist unmöglich?

Wolf: Er ist möglich, aber möglicherweise nicht gewollt. Wir schlagen vor, dass eine Gruppe, in der alle relevanten Strömung vertreten sind, einen neuen Entwurf erarbeitet. Die Kommunistische Plattform, das Marxistische Forum und Vertreter der West-Linken haben erklärt, dass sie mit dem Vorstandsentwurf als einziger Grundlage nicht einverstanden sind. Auch im Vorstand hat ein Drittel gegen diese Position gestimmt. Ein Programm muss auch ein einigendes Band sein. Wenn nun der Vorstandsentwurf durchgeboxt werden soll, kann man das nur als Konfrontationskurs verstehen.

SZ: Droht der PDS die Spaltung?

Wolf: Nein. Wir werden uns nicht provozieren lassen. Sollte sich der Parteitag für den Entwurf der Vorsitzenden als alleiniger Arbeitsgrundlage entscheiden, hat der Kampf um den sozialistischen Gehalt der PDS erst richtig begonnen.

SZ: Wie groß ist die Chance, dass Sie sich in Dresden durchsetzen?

Wolf: Gering. Die entscheidende Frage ist: Wie viele Delegierte werden dem Konfrontationskurs nicht folgen? Sollten dies 20 oder gar 30 Prozent sein, wäre das eine Schlappe für den Vorstand.


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