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Platzverbot für Bahnhofsmissionen auf Bahnhöfen
Datum: 16.10.2001
Typ des Textes: Presseerklärung
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Zu Attacken von DB-Chef Mehdorn auf Obdachlose in
  Bahnhöfen erklärt der verkehrspolitische Sprecher der
  PDS-Fraktion, Winfried Wolf:



Mehdorn hat sich im sozialen Bereich unzweideutig
positioniert: Das Millionensalär des Vorstandsvorsitzenden
wurde verdreifacht, die Zahl der Mitarbeiter radikal
abgebaut und das durchschnittliche Realeinkommen der
verbleibenden Beschäftigten gesenkt.

Seit einigen Wochen gibt es in den Zügen, unter Verweis auf
das ausliegende Faltblatt "Zugbegleiter", nur noch verkürzte
Durchsagen (ohne Mitteilung der möglichen weiteren
Bahnverbindungen), obgleich Behindertenverbände dagegen
Proteste einlegten.

Nun toppte der Bahnchef diese Politik der sozialen Kälte:
Den Bahnhofsmissionen soll jede Essensausgabe in ihren
Einrichtungen untersagt werden. Dagegen ist festzuhalten:

* Bahnhöfe sind öffentliche Räume. Letztlich widerspiegeln
sie die soziale Situation der Gesellschaft.

* Die tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Bahnhofsmissionen leisten in den Bahnhöfen wichtige Hilfen
und sind seit vielen Jahrzehnten integraler Bestandteil der
Bahnhöfe.

* Die konkrete Arbeit der Bahnhofsmissionen ist überwiegend
bezogen auf die Bedürfnisse der Fahrgäste.

Mehdorns Behauptung, es gehe um ein Verbot der Essensausgabe
an Obdachlose und Drogenabhängige, ist haltlos und lenkt von
der eigentlichen Zielsetzung ab.

Im Grunde fügt sich sein neuer Vorstoß gegen die
Bahnhofsmissionen in ein "höheres Ziel", der
Bahnprivatisierung. Aus Bahnhöfen als Gleiswelten mit
Geschäftsanschluss sollen Geschäftswelten mit Gleisanschluss
werden. Die neuen "Schickimicki- Konsumtempel"
zusammengefasst in der AG Station und Service könnten so als
erste an die Börse gebracht und durch Wegelagerei
(Mautgebühren für passierende und haltende Züge) profitabel
gemacht werden.

Der Schienenverkehr soll nicht mehr einer breiten
Allgemeinheit eine alternative Verkehrsform bieten; statt
einer preisgünstigen Flächenbahn soll es die teure Schrumpf-
und Hochgeschwindigkeitsbahn geben.

Caritas und Diakonisches Werk bezeichneten Mehrdorns Angriff
auf die Bahnhofsmissionen nüchtern als Politik der "sozialen
Apartheid". Dieses Attribut trifft zunehmend auf die gesamte
Bahnpolitik zu.


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