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Schweres Zugunglück in Enzisweiler bei Lindau
Datum: 27.09.2001
Typ des Textes: Presseerklärung
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  Zu dem schweren Eisenbahnunglück zwischen Wasserburg
  und Lindau erklären die bayerische
  PDS-Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter und der
  baden-württembergische PDS-Bundestagsabgeordnete
  Winfried Wolf:



Mit Entsetzen haben wir von dem heutigen schweren Zugunglück
bei Enzisweiler zwischen der bayerischen Stadt Lindau und
dem baden-württembergischen Wasserburg erfahren. Die mehr
als 100 Verletzten, darunter eine größere Zahl
Schwerverletzter, sind ein weiteres Beispiel für die
insgesamt nicht akzeptable Sicherheit im Schienenverkehr und
ein Beweis für den völlig unzureichenden Ausbaustandard der
Eisenbahn.

Wir weisen darauf hin:

* Bei der genannten Strecke Lindau-Friedrichshafen handelt
es sich um eine Hauptsverkehrsstrecke, auf der u.a. auch
internationaler Schienenverkehr (z.B. Zürich-München)
abgewickelt wird.

* Die Deutsche Bahn AG betreibt seit drei Jahren mit
Vehemenz das Projekt "Lindau 21", mit dem sie den
Inselbahnhof Lindau zugunsten eines neuen Bahnhofs auf dem
Festland (Reutin) stilllegen will. Sie begründet dies gerade
mit möglichen (geringen) Zeitgewinnen im internationalen
Schienenverkehr.

Seit vielen Jahren wurde vor Ort und von allen Parteien -
darunter der PDS - gefordert, diesen eingleisigen
Streckenabschnitt auf Zweigleisigkeit auszubauen. Seit
Jahren wird dies auch von offizieller Seite akzeptiert; seit
mehr als einem Jahr stehen dafür auch Mittel (aus
UMTS-Zinserlässen) bereit.

Das aktuelle Unglück zeigt ein weiteres Mal: Der Ausbau des
Schienennetzes wird nicht einmal dort ernst genommen, wo
absolute Dringlichkeit besteht. Es ist absurd, wie das
Management der Deutschen Bahn AG Milliarden in verkehrlich
fragwürdige Projekte verballert, aber gleichzeitig unfähig
ist, elementare Ausbaustandards zu realisieren und
grundlegende Sicherheitsstandards zu garantieren. Wir hoffen
nur, dass das Bahnmanagement jetzt nicht wieder - wie nach
dem Brühler Unglück - in erster Linie die Schuld bei den
Lokführern oder "menschlichem Versagen" sieht. Es sind
strukturelle Gründe, die die schweren Eisenbahnunglücken in
jüngerer Zeit in aller Regel erklären.


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