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Bahnfahren wird teurer, komplizierter und noch feindlicher gegenüber den Durchschnittskunden
Datum: 03.07.2001
Typ des Textes: Presseerklärung
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Zu dem sich abzeichnenden neuen Bahnpreis-System erklärt der verkehrspolitische Sprecher der PDS im Bundestag, Winfried Wolf:

Das Management der Deutschen Bahn AG beabsichtigt, das
Rabatt-System für Reiseverkehrs-Kunden völlig zu verändern.
Der Preis der BahnCard soll auf 120 DM gesenkt werden, doch die Fahrpreisermäßigung dieser Karte soll von 50 auf 25
Prozent drastisch gesenkt werden. Preissenkungen - so gibt das Bahn-Management vor - soll es für Reisende geben, die im Voraus buchen. Damit ergibt sich, verglichen mit dem heutigen 50-prozentigen BahnCard-Rabatt, für
BahnCard-Inhaberinnen und -inhaber künftig nur bei einer
Vorausbuchung von mindestens 7 Tagen eine Preissenkung.


Die PDS im Bundestag lehnt das geplante Bahn-Tarifsystem ab, weil es für die Mehrzahl der Reisenden mehr Nachteile als Vorteile bringt:


- Bahnfahren wird komplizierter und teurer; die BahnCard wird entwertet

Frühbuchungspreise sollen erst ab bestimmten
Reiseentfernungen zur Anwendung kommen, so dass Reisende mit
Entfernungen unter 140 Kilometer davon nichts haben, und in diesem Entfernungsbereich die Fahrkarten für Nutzerinnen und Nutzer der BahnCard schlichtweg um die Hälfte teurer werden als bisher. Die generelle Orientierung, das neue System an mehr oder weniger gut ausgelasteten Tagen, Zügen und
Fahrzeiten auszurichten, macht die Übersicht über die Preise komplizierter.

- Das neue Bahn-Tarifsystem verprellt die Reisenden

Mehr als 70 Prozent der Bahnreisenden fahren Strecken von unter 140 Kilometern. All diesen Bahnkundinnen und -kunden will das Bahn-Management höhere Fahrpreise zumuten. Das neue
degressive Preissystem, das bei Langstrecken die Fahrpreise reduzieren soll, hilft der Mehrzahl der Reisenden wenig.
Insbesondere jene, die mit einer im Preis zwar ermäßigten BahnCard dann bei (fast) jeder Bahnfahrt nur geringe Preisnachlässe erhalten, sollen künftig draufzahlen.

- Für Frühbuchungs-Rabatte stehen Platz-Kontingente nur
eingeschränkt zur Verfügung

Frühbuchungspreise werden nur in begrenzter Zahl gewährt.
Damit ist es der Willkür der bahninternen Computerprogramme
überlassen, ob Bahnkundinnen und -kunden sich noch ein
preisgünstiges Ticket schnappen können oder letztlich die teureren Preise berappen.

- Die Flexibilität bei der Nutzung der Bahn geht verloren

Reisende werden versuchen, früh zu buchen, dann aber des
Öfteren - sei es durch Verschiebungen im Terminkalender oder
durch verpasste Anschlüsse - gezwungen sein, andere Züge als zunächst geplant benutzen zu müssen. Unabhängig in welchem Maße künftig Stornierungen, Umbuchungen und Nachzahlungen
möglich sein werden: bei den betroffenen Reisenden und bei
den Agenturen der Bahn, die nur geringe Provisionen erlösen, sind erhebliche Verstimmungen zu erwarten.

Hinweis: Ein Positionspapier zum neuen Bahnpreis-System kann in meinem Büro angefordert werden.


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