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Neues Kahlschlagkonzept Mehdorns: Abbau von 6.000 Stellen in Bahn-Werkstätten
Datum: 27.06.2001
Typ des Textes: Presseerklärung
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Zur "Neukonzeption" der Fahrzeuginstandhaltung bei der DB AG erklärt der verkehrspolitische Sprecher der PDS im Bundestag, Winfried Wolf:

Acht von 18 Standorten der Fahrzeug-Instandhaltung will die
Deutsche Bahn AG bis 2003 schließen. 6.000 Arbeitsplätze -
rund die Hälfte der bisher hier vorhandenen - würden damit
abgebaut. Bahnchef Mehdorn nennt dies "Konsolidierung" und
betriebswirtschaftlich notwendig. Die PDS nennt dies
Zerstörung und verkehrspolitisch unsinnig.


Mehdorn begründet den Abbau mit zukünftigen Investitionen in neue Loks und in neues Wagenmaterial, die den
Instandhaltungsbedarf drastisch reduzieren würden. Tatsachen sind jedoch:


­Der jetzige Zustand ist so, dass Lokomotiven und Waggons
überaltert sind und die Instandhaltung immer mehr
hinterherhinkt, was massive Ausfälle zur Folge hat. Es geht um die AKTUELLE Instandhaltung, der - mögliche - ZUKÜNFTIGE
Investitionen gegenüberstehen.


­Die von Mehdorn ins Auge gefasste Hauruck-Investition mit "völlig neuer Technologie" musste die Bahn in den letzten
Jahren schon mehrfach ausbaden. Dies mündete fast immer darin, dass Loks und Triebwagen ohne ausreichende Tests und Probezeiten in den laufenden Schienenbetrieb übernommen wurden. Sie erwiesen sich in der Folge als extrem
instandhaltungsintensiv, wobei entsprechende Kapazitäten für die Instandhaltung davor - weder in der Bahntechnik-Industrie noch bei der Bahn selbst aufgebaut worden waren. Mehdorns Investitions-Offensive muss also
keineswegs in den Rückgang des Instandhaltungsaufwands
münden.

Im Verkehrsbericht 2000 geht Bundesminister Bodewig davon
aus, dass in den nächsten Jahren der Schienen-Güterverkehr sich verdoppeln und der Personenverkehr erheblich anwachsen
soll. Stimmen diese Vorgaben -und es sind immerhin die
Vorgaben des zukünftigen Bundesverkehrswegeplans - dann wären für einen massiv erneuerten Lok- und Wagenpark auch höhere Kapazitäten der Instandhaltung erforderlich als gegenwärtig.


Unter diesen Bedingungen stellt sich der von der DB AG
geplante Abbau der Instandhaltung - ähnlich wie der InterRegio-Abbau - als ein weiterer Beweis für den Rückzug der Schiene und für die Konzeption einer Schrumpfbahn dar.


Die PDS protestiert gegen den Kahlschlag in der
Bahn-Instandhaltung.


Mit fünf der acht von der Schließung bedrohten Bahnwerke sind erneut und in besonderem Maße Arbeitsplätze in den neuen Ländern betroffen (im Jahr 2001 in Leipzig-Engelsdorf
und in Neustrelitz sowie in München-Neuaubing, im Jahr 2002 in Delitzsch (Sachsen) und im Jahr 2003 in Chemnitz und Zwickau sowie in Opladen und Nürnberg.

Wir unterstützen die Gegenwehr der Betroffenen und die Protest-Aktionen, die vonseiten der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet bereits angekündigt wurden.


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